Gedenkgottesdienst am 27. März 2011 - Erinnerung anlässlich des 60. Todestages von Baptistenpastor Rudolf Vogel im KGB-Gefängnis 1951
Am 27. März feiern wir einen Gottesdienst in der Friedenskirche Charlottenburg, in dem wir an den 60. Todestages von Pastor Rudolf Vogel am 23. März 1951 im KGB-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen erinnern. Angehörige und Gäste, teilweise auch aus Moskau, werden zugegen sein und im Gottesdienst mitwirken.
Während der Kriegsjahre traf sich eine seit 1924 bestehende russische Gemeinde in den Räumlichkeiten der Friedenskirche. Trotz offiziellen Verbotes besuchten viele russische und ukrainische Fremdarbeiter die russischen Versammlungen. Mit Wissen der deutschen Gemeindeleitung ignorierte die Gemeinde das vorgeschriebene Schild am Kirchengebäude "Nicht für Fremdarbeiter“.
Der zuständige und deutsche Baptistenpastor Rudolf Vogel taufte illegal russische Fremdarbeiter und wurde 1949 vom sowjetischen Geheimdienst – KGB – in seiner Ostberliner Wohnung verhaftet. Er folgte damit dem Schicksal seines Mitarbeiters Max Ferber, den schon 1948 das gleiche Schicksal getroffen hatte. Unter den unmenschlichen Gegebenheiten des Gefängnisses Berlin-Hohenschönhausen, dem Sowjetischen Speziallager Nr. 3, erlitten beide Glaubensbrüder 1950 bzw. 1951 den Tod.
1990 wurden in Moskau unter Boris Jelzin viele KGB-Archive geöffnet. Dort fand ein russischer Journalist die Verhörprotokolle und suchte Kontakt zu Angehörigen in Deutschland.
Mehr Informationen in: „Ihr Ende schaut. Ev. Märtyrer des 20.Jahrhunderts“. „Ev. Verlagsanstalt Leipzig“ (Preis ca. 40 €). Informationen zur Situation politischer Gefangener in der DDR allgemein sind erhältlich u. a. über die
Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (e).